Bericht KVV am 29.05.2021

Am 29.05.2021 fand die 4. KVV des KV „dieBasis-Celle-Uelzen“ unter dem Thema „Politik im Widerstand“ statt, wie es auf der vorangegangenen KVV am 08.05.2021 mit großer Mehrheit abgestimmt worden war. Der Einladung zu einer Grundsatzdiskussion waren 33 Mitglieder und einige Gäste gefolgt.

Nach der Eröffnungsrede von Reinhart Thomas wurden in freier Zusammensetzung fünf Diskussionsgruppen gebildet, um in überschaubarem Rahmen einander über das Gespräch näher kennenzulernen und die politischen Ansichten zum Thema auszutauschen. Jede Gruppe referierte hernach im Plenum über einen Sprecher kurz ihren Diskussionsstand. Der Inhalt dieser Vorträge lässt sich in zwei Blöcken zusammenfassen:

  1. Gedanken zur politischen Lage und daraus resultierenden Erfordernissen
  2. Ideen zur Gesprächsführung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit

1.    „dieBasis-Celle-Uelzen“ müsse die gegenwärtige Situation analysieren und sich fragen, wo dieBasis stehe. Die Bevölkerung sei noch nicht reif für die Basisdemokratie. In diesen Zeiten der Irritation solle dieBasis den Menschen Sicherheit bieten. Es sei für die Menschen sehr schwierig, die ungeheure Vielzahl an Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Der digitalen Dominanz solle dieBasis durch öffentliche Präsenz und direkte Gespräche mit den Menschen entgegentreten. Bei öffentlichen Aussagen dürfe nur geprüftes Wissen angeboten werden. Es gelte, Begriffe wie „Freiheit“, „Solidarität“, „sozial“ zu definieren und deren Missbrauch zu entlarven. Im Wahlkampf solle sich dieBasis auf die regionale Politik orientieren und mit Wissen und Verstand konkrete Angebote machen. Dafür sei es für die Kandidaten notwendig, sich sachkundig zu machen, beispielsweise durch das kommunale Ratsinformationssystem. Auf Bundesebene sei man dabei, Sachverstand zu entwickeln und Sachverständige für alle Politikbereiche zu gewinnen. Anstatt die Menschen mit politischen Phrasen zu konfrontieren, müsse ihnen ein konkretes Politikangebot gemacht werden.

2.    „dieBasis-Celle-Uelzen“ stehe drei Gruppen der Bevölkerung gegenüber:

  1. Die angstgesteuerten Menschen geben sich unzugänglich, sollten jedoch nicht als Feind angesehen und in die Enge getrieben werden. Vielmehr solle eine Vertrauensbasis geschaffen werden, damit Informationen in kleinen Dosen zu vermitteln sind, um den Gesprächspartner nicht zu überfordern.
  2. Unkritischen Menschen, die in der Mehrheit seien, solle zunächst zugehört werden. Anstatt deren Vorhaltungen mit Rechtfertigungen zu begegnen, solle eine klare, politische  Position bezogen werden: „Wie stehen für…“. Einengende Fragestellungen seien zu vermeiden. Eine offene Fragestellung fördere die Entwicklung eines Dialogs.
  3. Bei den aufgeschlossenen, unzufriedenen, furchtlosen Menschen empfehle sich eine ruhige Ansprache mit Impulsen, deren Wirkung wie die sich konzentrisch ausbreitenden Kreise bei einem Steinwurf ins Wasser sein könne, insofern sich ein Dialog entwickelt.

Es gab zwei konträre Positionen hinsichtlich der Erreichbarkeit der Menschen: Die Forderung „Wir müssen alle in ein Boot kommen.“ widerspricht der Auffassung „Wir wollen nicht alle aufnehmen; nicht alle wollen aufgenommen werden.“ Anzumerken ist hier, dass die Herrschenden Kritker zum Feind erklärt haben.

Zur Gesprächsführung wurden zahlreiche Anregungen vorgetragen: Die Menschen sollten nicht beruhigt, sondern aufgeweckt werden. Dabei sei ihnen mit Empathie zu begegnen. Das bedeute, die Angst der Menschen anzunehmen, um eine Gesprächsgrundlage zu schaffen. Ihre Angst solle ihnen aber bewusst gemacht werden. Der Widerstand der Basis solle zwar formuliert werden, jedoch verbunden mit dem Angebot von sachlich fundierten Problemlösungen und Alternativen. Dabei seien Klischees und Schubladendenken zu vermeiden. Die Missachtung konträrer Auffassungen führe lediglich zu Abwehrreaktionen. Die Ansprache solle authentisch und achtsam erfolgen. Man könne der Nachfolge von Meinungsführern und de vorformulierten Meinungen der Medien die Eigenverantwortung appellativ gegenüberstellen.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass ein achtsamer Gesprächsstil einzuüben sei. Die Sichtweise müsse für beide Seiten verständlich sein. Es sei nicht entscheidend, was A sage, sondern was B verstehe. Von Bedeutung sei auch die nonverbale Kommunikation.

Reinhart Thomas, 01.06.2021